Das einst strahlende Kurmittelhaus von Bad Aussee war durch jahrzehntelange Vernachlässigung der oftmals wechselnden Eigentümer bereits fast zu einer Ruine verfallen. Die Nutzung beschränkte sich zuletzt auf einen Bücherflohmarkt, was der Würde des Gebäudes und der zentralen Lage inmitten eines Kurortes nicht zuträglich war.
Die immer höher werdenden notwendigen Investitionen waren aber sowohl für die Stadtgemeinde Bad Aussee als auch für einen einzelnen Projektanten allein viel zu hoch. Zu wertvoll und zu kompliziert wiederherstellbar war die alte unter strengem Denkmalschutz stehende Substanz. Auch waren die „ortsbildzentrale“ Lage und die daraus resultierenden architektonischen Auflagen und Konsequenzen stets ein scheinbar unüberbrückbarer Kostentreiber.
Unter diesen Rahmenbedingungen war klar, dass eine Revitalisierung nur im Zusammenspiel von Stadtgemeinde, Land und einem professionellen und geeignetem privaten Investor möglich war. 2003 gelang der Durchburch: Die Werner Gröbl Privatstifung stellte ihr Kapital zur Verfügung und löste unter der Vorgabe, das Gebäude privatwirtschaftlich nachnutzen zu können, das Raum- und Platzproblem der Landesausstellung 2005 in Bad Ausseee durch Errichtung eines modernen Zubaus und der völligen Sanierung des Altbaus. Die hohen denkmalschützerischen Auflagen und der hohe architektonische Anspruch konnten durch einen vorgelagerten Architektenwettbewerb sowie durch öffentliche Mittel von Stadt und Land umgesetzt werden.
Das Alte Kurmittelhaus erwachte aus dem „Dornröschenschlaf“, diente der Landesausstellung 2005 als zentrales Ausstellungsgebäude und entstand mit einer Investitionssumme von rund € 5,4 Mio. und einer Nutzfläche von fast 2.000m² im Herzen von Bad Aussee ein attraktives und leistungsstarkes Dienstleistungszentrum.
Strenges Kostenmanagement, optimale Baubetreung durch die Partnerfirma KS Bauoptimierung und wirtschaftliche Ausrichtung des Gesamtprojekts und dessen Nachnutzung waren weitere Grundvoraussetzungen für diese Erfolgsgeschichte.
Besonders freut uns, dass es bei diesem Projekt nur Gewinner gibt:
Für die Stadtgemeinde Bad Aussee wurde ein Schandfleck der vergangenen drei Jahrzehnte "zu einer Perle" im Zentrum der Stadt, das Land Steiermark erhielt ein repräsentatives Landesaustellungsgebäude für die "Narren und Visionäre" und dem Steuerzahler wurden durch den privaten Investor Werner Gröbl hohe Errichtungskosten und ein unkalkulierbares Risiko in der Nachnutzung erspart.
Dadurch entwickelte sich ein Muster-PPP-Projekt, dem noch viele folgen sollen.